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Schleich am Ende? Wird es LEGO genauso ergehen?

Moin.

Der ein oder andere von euch wird vielleicht mitbekommen haben, dass das Spielwarenunternehmen Schleich aktuell in einer Krise steckt. Laut aktuellen Berichten hat das Unternehmen im Vergleich zu den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro weniger Einnahmen erzielt.

Das bedeutet zwar nicht automatisch, dass ein Unternehmen direkt pleitegeht – aber es ist zumindest ein Warnsignal. Schleich versucht momentan, seine Strategie neu auszurichten und zu schauen, wie das Unternehmen wieder stabilisiert werden kann.

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass eine Spielwarenmarke, die früher zu den bekanntesten und erfolgreichsten Europas gehörte, heute solche Probleme hat?

Und könnte das Gleiche auch mit LEGO passieren?

Das schauen wir uns heute einmal genauer an.

Die Blütezeit von Schleich

Schleich begann ursprünglich als Unternehmen für industrielle Kunststoffteile. Ab den 1950er Jahren stieg die Firma jedoch in die Spielwarenproduktion ein.Besonders bekannt wurde Schleich durch seine Tierfiguren.
Am Anfang waren es vor allem Tiere aus Wäldern und der Wildnis, später kamen weitere Themenbereiche dazu. Besonders erfolgreich waren unter anderem:

• die Wildlife-Reihe

• die Bauernhof-Reihe

• verschiedene Reiterhof-Sets

Diese Figuren waren damals bekannt für ihre sehr hohe Qualität und Detailtreue. Viele Modelle waren sogar teilweise handbemalt, zumindest bei den Details.
Zwischen 1990 und 2010 erlebte Schleich seine wohl größte Blütezeit.

Neben den Tieren brachte das Unternehmen auch andere Themen heraus: historische Ritterreihen, Ritterburgen, Wildwest-Sets mit Siedlern und indigener Bevölkerung, und historische Krieger aus verschiedenen Kulturen, zum Beispiel Ninjas oder Hunnen. Diese Figuren waren nicht nur bei Kindern beliebt, sondern auch bei Sammlern.

Die Elfen – vom Dekoobjekt zur Fantasywelt

Etwa zur gleichen Zeit wie die ersten historischen Ritter auf dem Markt kamen begann Schleich auch damit, Elfenfiguren herauszubringen.

Diese frühen Elfen findet man noch heute in vielen Sammlungen – auch bei Menschen, die eigentlich gar nichts mit Spielzeug zu tun haben, sondern eher mit Fantasy, Feen und Dekorationsfiguren.

Der Grund ist einfach:

Diese Figuren waren extrem detailliert und wirkten teilweise fast eher wie kleine Deko-Skulpturen als wie klassisches Spielzeug.

Im späteren Verlauf änderte sich jedoch die Art der Elfenreihen. Qualität und Detailgrad blieben zunächst noch bestehen, doch die Figuren entwickelten sich immer stärker in Richtung eigener Fantasywelten.

Die Farben wurden deutlich bunter und verspielter, viele Figuren bekamen einen direkten Bezug zu Tieren und zur Natur.

Später kamen dann weitere Varianten hinzu, zum Beispiel:Schnee-Editionen, verschiedene Naturwelten, und schließlich auch Unterwasser- und Meerjungfrauen-Reihen

Auch diese Reihen waren lange Zeit sehr erfolgreich.

Limited Editions – besonders bei Sammlern beliebt

Über die Jahre brachte Schleich außerdem immer wieder Limited Editionsheraus.
Diese Figuren gehörten nicht zum normalen Handelssortiment, sondern waren meist nur direkt über Schleich erhältlich.

Teilweise unterschieden sie sich durch: besondere Bemalungen, alternative Farbvarianten, oder spezielle Editionen einzelner Figuren

Ähnlich wie LEGO es in der Vergangenheit auch schon gemacht hat.

Ein bekanntes Beispiel ist die sogenannte Zebra-Reihe. Dort wurden verschiedene Tiere in einer Zebra-Bemalung veröffentlicht, zum Beispiel:

• Pinguine

• Löwen

• Giraffen

• und weitere Tiere

Solche Sondereditionen waren und sind bei Sammlern sehr beliebt.

Erste Lizenzen und Kooperationen

Im späteren Verlauf begann Schleich auch mit Franchise-Kooperationen.
Tatsächlich gab es unter anderem Kooperationen mit: Marvel, DC, und aktuell mit Harry Potter.
Diese waren dabei eher als Displayfiguren für erwachsene Sammler gedacht und weniger als klassisches Spielzeug.

Eine Lizenz begleitet Schleich jedoch schon deutlich länger die Schlümpfe.
Die Schlümpfe sind tatsächlich die älteste Lizenz von Schleich und begleiten das Unternehmen schon seit den frühen Spielwarenanfängen bis heute.
Sie gehören zu den ikonischsten Figuren der Marke und haben teilweise ebenfalls einen erheblichen Sammlerwert.

Der Wendepunkt

Ende der 2000er Jahre beziehungsweise Anfang der 2010er Jahrewechselte der Besitzer des Unternehmens.
Mit diesem Wechsel änderte sich auch die Strategie von Schleich.
Historische Reihen wurden nach und nach eingestellt oder durch stärker fantastische Themenwelten ersetzt.
Gleichzeitig begann das Unternehmen, seine Produktion umzustellen.
Mitte der 2010er Jahre (etwa 2014–2017) wurde ein entscheidender Schritt gemacht:

Die Bemalung der Figuren in Deutschland wurde eingestellt.
Früher wurden viele Figuren zumindest teilweise von Hand bemalt. Danach wurde die Produktion komplett ins Ausland, vor allem nach Asien, verlagert.

Sinkende Qualität – steigende Preise

Mit dieser Umstellung veränderte sich auch die Qualität.

Viele Sammler bemerkten, dass:

• die Bemalung ungenauer wurde

• das Material leichter und einfacher wurde

• Details teilweise verloren gingen

Ein gutes Beispiel sind die Löwenfiguren.
Das Modell selbst hat sich über die Jahre kaum verändert – aber das Gewicht und die Materialqualität.
Ein älterer Löwe wiegt teilweise fast doppelt so viel wie eine aktuelle Version.
Gleichzeitig sind die Preise gestiegen. Teilweise liegen sie heute etwa 30 % über den früheren Preisen, obwohl die Qualität eher gesunken ist.
Viele Figuren wirken heute für manche Fans fast so, als wären sie billige Nachahmungen von Onlineplattformen.

Supermarktaktionen

Ab etwa 2017 begann Schleich außerdem Kooperationen mit Supermarktketten, zum Beispiel mit Edeka.
Die ersten Aktionen enthielten noch normale Schleichfiguren aus dem Handel.
Doch später wurden Figuren speziell für solche Aktionen produziert – mit deutlich geringerer Detailtiefe und Qualität.
Ähnliche Aktionen gab es später auch mit McDonald’s.

Warum Schleich heute Probleme hat

Viele Fans sehen darin einen der Hauptgründe für die aktuelle Krise, die Preise steigen, Qualität sinkt, Sammler verlieren das Interesse und Eltern sind weniger bereit, hohe Preise für einfachere Figuren zu bezahlen. So verlor Schleich über die Jahre einen Teil seiner treuesten Kundschaft.

Kann das auch LEGO passieren?

Manche Stimmen im Internet behaupten, dass LEGO bereits denselben Weg geht.
Meiner Meinung nach ist das nicht korrekt.

LEGO wächst weiterhin und macht hohe Gewinne. Natürlich gibt es auch bei LEGO Diskussionen über Druckqualität oder Designentscheidungen – aber insgesamt ist die Qualität weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
Ein wichtiger Unterschied ist außerdem die Unternehmensstruktur. LEGO ist weiterhin ein Familienunternehmen. Die Firma gehört größtenteils der LEGO-Familie beziehungsweise der LEGO-Stiftungund ist nicht börsennotiert.
Unternehmen, die an die Börse gehen, verändern sich oft stark – und nicht immer zum Vorteil der Kunden.
Solange LEGO nicht plötzlich einen Börsengang plant, ist ein identischer Verlauf wie bei Schleich eher unwahrscheinlich.

Natürlich kann auch bei LEGO das Wachstum irgendwann stagnieren oder zurückgehen. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass ein Unternehmen in eine Krise rutscht.
Unendliches Wachstum gibt es in keiner Branche.

Mein persönlicher Bezug zu Schleich

Ich finde es ehrlich gesagt sehr schade, was mit Schleich passiert ist.

Denn kleiner Fun Fact:

Bevor ich LEGO gesammelt habe, war ich eigentlich Schleichsammler.
Von etwa meinem fünften bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr habe ich Schleich gesammelt – und zwar in ziemlich großen Mengen.
Vor einigen Jahren hatte ich sogar mehr Schleich als LEGO in meiner Sammlung.

Ich besitze zum Beispiel:

• nahezu alle historischen Ritterfiguren

• eine komplette Wildwest-Reihe

• mehrere der älteren Elfenreihen

Der Gesamtwert meiner Sammlung lag damals ungefähr zwischen 2500 und 3500 Euro – zumindest nach einer groben Schätzung.
Mit der Zeit verlor ich jedoch das Interesse. Einerseits wegen der sinkenden Qualität, andererseits, weil sich mein Fokus immer stärker auf LEGO verschoben hat.

Fazit

Ich finde es wirklich schade, was mit Schleich passiert ist. Es war lange Zeit eine großartige Marke mit tollen Figuren und einer starken Sammlerbasis.
Ob das Unternehmen noch einmal zu seiner alten Stärke zurückfinden kann, bleibt abzuwarten.

Mich würde interessieren:

Was denkt ihr darüber?
Habt ihr selbst noch Schleichfiguren oder habt ihr früher welche gesammelt?
Schreibt es gerne in die Kommentare.

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Autor: Dante

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