Zum Inhalt springen
Startseite » LEGO 11387 Weihnachtshaus vorgestellt – nur eine schöne Fassade?

LEGO 11387 Weihnachtshaus vorgestellt – nur eine schöne Fassade?

Moin!

LEGO hat vor Kurzem das diesjährige große Weihnachtsset vorgestellt. Wie viele wissen, erscheint traditionell im Herbst ein neues Modell für die Winter Village Collection – mal ein klassisches Weihnachtshaus, mal ein Zug, ein Geschäft oder etwas komplett anderes.

Dieses Jahr bekommen wir wieder ein Wohnhaus: das LEGO Icons 11387 Weihnachtshaus.
Das Set besteht aus 1.354 Teilen, kostet 109,99 Euro und erscheint regulär am 4. Oktober 2026. LEGO Insiders dürfen bereits ab dem 1. Oktober zugreifen. Dazu bekommen wir vier Minifiguren, einen Pferdeschlitten, einen Schneemann und natürlich den großen Weihnachtsbaum. LEGO beschreibt das viktorianisch angehauchte Modell als von Jingle Bells inspiriert. 

Doch ist das wirklich ein gelungenes neues Weihnachtsset – oder am Ende hauptsächlich eine sehr schöne Fassade?

Legen wir los!

Der Schlitten und Weihnachtsbaum

Bevor wir zum eigentlichen Haus kommen, schauen wir uns erst einmal die kleineren Modelle an.
Enthalten ist ein Pferdeschlitten, der von einem weißen Pferd gezogen wird. Der Schlitten selbst ist überwiegend in Dunkelblau gehalten und wird mit goldenen und weihnachtlichen Elementen dekoriert.
Unter dem Schlitten befinden sich kleine Räder. Schiebt man ihn vorwärts, wird dadurch sogar das Pferd bewegt – eine kleine Funktion, die LEGO auf der offiziellen Produktseite auch noch einmal hervorhebt. 

Dazu kommt natürlich der große Weihnachtsbaum.
Dieser ist wieder ziemlich massiv gebaut. Die klassischen grünen Baumelemente werden mit verschiedenen grünen Klauenelementen und buntem Weihnachtsschmuck ergänzt. Ganz oben befindet sich noch ein kleiner Weihnachtsstern.
Was man auf den ersten Blick gar nicht unbedingt sieht: Im Weihnachtsbaum steckt ein Leuchtstein. Stellt man ihn im Haus auf und aktiviert das Licht, werden dadurch die Fenster in beiden Etagen beleuchtet. Das finde ich tatsächlich eine ziemlich schöne Idee. 

Das Weihnachtshaus

Kommen wir aber zum eigentlichen Hauptmodell.
Und von vorne muss ich wirklich sagen: Das Haus sieht toll aus.
Die Farbpalette gefällt mir unheimlich gut.
Im unteren Bereich bekommen wir viel Dark Nougat, Braun und sandfarbene Elemente. Dazu kommen verschiedene goldene Verzierungen und eine dunkelgrüne Holzvertäfelung, die sich vor allem im oberen Bereich sehr schön weiterzieht.

Dazu haben wir dunkelrote Elemente an den Fenstern, weiße verschneite Dächer, eine umlaufende Veranda, Erkerfenster, Girlanden, goldene Glocken und Stechpalmenzweige.
Das alles zusammen ergibt für mich wirklich ein sehr schönes Weihnachtsbild. 
Von vorne gibt es eigentlich kaum etwas, worüber ich mich beschweren könnte.

Innen leider deutlich weniger spektakulär

Drehen wir das Haus allerdings um, sieht die Sache für mich schon ein bisschen anders aus.
Denn das Gebäude ist insgesamt nur 14 cm tief. Von innen bleibt dementsprechend nicht besonders viel Platz übrig. 
Die Außenwand hat eine Tiefe von gerade einmal sechs Bricks, das ist weniger als ein Speed Champion Auto.

In der Mitte steht der große Weihnachtsbaum, der sich praktisch über beide Etagen zieht.
Die obere Etage besteht dadurch hauptsächlich aus zwei kleineren seitlichen Bereichen. Auf der einen Seite befinden sich unter anderem Grammofon und Weihnachtsdekoration, auf der anderen Seite eine Kaminuhr und etwas Platz für eine Minifigur.
Dazu gibt es noch das Wählscheibentelefon und verschiedene kleine Weihnachtsdetails.
Unten haben wir auf der einen Seite den Eingang und auf der anderen den Kamin mit Geschenkstrümpfen, Geschenken und verschiedenen kleinen Dekorationen.
Das ist alles nett gemacht.

Aber: Es ist eben wirklich sehr flach.
Und genau das finde ich bei einem Weihnachtshaus ein bisschen schade.

Technische Details

Name: Weihnachtshaus

Setnummer: 11387

Themenwelt: LEGO Icons / Winter Village Collection

Teile: 1.354

Minifiguren: 4

UVP: 109,99 Euro

Preis pro Teil: ca. 8,1 Cent

Maße: 21 cm hoch, 28 cm breit und 14 cm tief

Altersempfehlung: 18+

Geschätzte Bauzeit: ca. 1,2 bis 2 Stunden

LEGO Insiders Release: 1. Oktober 2026

Regulärer Release: 4. Oktober 2026

Vergleich mit 10293 Besuch des Weihnachtsmanns

Und genau hier möchte ich einmal ein paar Jahre zurückgehen.
2021 erschien das 10293 Besuch des Weihnachtsmanns.
Das Set bestand aus 1.445 Teilen, enthielt ebenfalls vier Minifiguren und kostete zum ursprünglichen Verkaufsstart in Deutschland 89,99 Euro. Später wurde die offizielle LEGO-UVP auf 99,99 Euro erhöht. 

Das heißt: Das neue Weihnachtshaus besitzt 91 Teile weniger und kostet gegenüber der ursprünglichen Launch-UVP sogar 20 Euro mehr.
Natürlich liegen fünf Jahre dazwischen und Preise verändern sich.
Trotzdem finde ich den Vergleich interessant.
Denn beim alten Modell hatte ich meiner Meinung nach auch beim Innenraum deutlich mehr davon.

Das alte Haus hat den Platz besser genutzt

Auch 10293 war nach hinten offen und ebenfalls angewinkelt.
Trotzdem wurde der vorhandene Platz meiner Meinung nach deutlich besser genutzt.
Wir bekamen einen richtigen Esstisch, an dem die Familie sitzen konnte, einen detaillierten Kaminbereich, eine Küche und oberhalb davon sogar noch ein kleines Schlafzimmer für das Kind.
Draußen stand der etwas kleinere und kompaktere Weihnachtsbaum und dazu gab es unter anderem noch den Briefkasten und weitere kleine Details. LEGO selbst hob damals gerade den Esstisch, Kamin, die Schlafmöglichkeiten beziehungsweise das Familienleben und die vielen Innendetails hervor. 

Und es hatte eine Außenwandtiefe von 10 Bricks, damit 4 mehr als beim diesjährigen Modell.
Das Haus fühlte sich für mich dadurch einfach stärker wie ein richtiges bewohntes Weihnachtshaus an.
Beim neuen Modell sieht die Fassade meiner Meinung nach sogar noch schöner aus.
Aber sobald ich es umdrehe, fehlt mir einfach etwas.

Für ein geschlossenes Haus braucht man ordentlich Arbeit

Natürlich könnte man jetzt sagen: Dann kauft man eben mehrere Sets und baut sich daraus ein geschlossenes Haus.
Aber ganz so einfach ist es leider nicht.

Durch die Form und den Aufbau könnte man nicht einfach zwei Exemplare Rücken an Rücken stellen und wäre fertig.
Selbst mit drei Sets müsste man wahrscheinlich ein Modell normal aufbauen, die anderen beiden mehr oder weniger komplett auseinandernehmen und deren Teile benutzen, um Rückwand, Innenräume und Dach vernünftig zu vervollständigen.
Und dann reden wir bei drei Exemplaren bereits über fast 330 Euro UVP.
Das wäre mir persönlich dann doch ein bisschen viel für ein Weihnachtshaus.

Offene Rückseiten gab es schon immer – aber…

Fairerweise muss man natürlich sagen: Die Winter-Village-Häuser waren eigentlich schon immer hinten offen.

Das ist also kein neues Problem.
Auch beim Besuch des Weihnachtsmanns wurde damals darüber diskutiert, dass man aufgrund des angewinkelten Aufbaus nicht einfach zwei Sets miteinander verbinden kann.
Trotzdem finde ich, dass ältere Modelle teilweise deutlich mehr aus diesem offenen Konzept herausgeholt haben.

Ein gutes Beispiel ist die 10229 Winterliche Hütte von 2012 .
Das Set bestand aus rund 1.490 Teilen und kostete damals 99,99 Euro. Es gehörte damit zu den ersten deutlich größeren 100-Euro-Modellen innerhalb der Winter-Village-Reihe. 
Natürlich war auch dieses Gebäude hinten offen.

Aber es war wesentlich tiefer, bot viel mehr Innenraum und wirkte dadurch für mich mehr wie ein richtiges Haus.
Und wenn man unbedingt wollte, konnte man mit einem zweiten Exemplar und ein paar Veränderungen deutlich leichter ein geschlossenes Gebäude daraus machen.

Und genau da fehlt mir beim neuen Set etwas

Ich weiß natürlich, was LEGO mit diesen Modellen machen möchte.
Sie sollen von vorne schön aussehen, eine weihnachtliche Szene darstellen und gleichzeitig von hinten zugänglich bleiben, damit man die Minifiguren und Inneneinrichtung vernünftig bespielen beziehungsweise betrachten kann.
Das ergibt grundsätzlich Sinn.
Nur finde ich, dass wir mittlerweile an einem Punkt angekommen sind, an dem LEGO durchaus einmal etwas Neues ausprobieren könnte.
Und dass LEGO für ungefähr 100 Euro auch heute noch ein richtiges Gebäude hinbekommt, haben sie dieses Jahr selbst gezeigt.

NINJAGO zeigt, dass es auch anders geht

Ein gutes Beispiel ist das LEGO NINJAGO 71785 15-jähriges Jubiläum der Vier-Waffen-Schmiede.
Das Set kostet 99,99 Euro, besteht aus 1.259 Teilen und enthält sechs Minifiguren. Die Schmiede lässt sich vorne öffnen und anschließend wieder zu einem vollständigen Gebäude schließen. 

Und das ist genau mein Punkt.
Natürlich ist NINJAGO eine komplett andere Themenwelt.
Aber wenn LEGO für 99,99 Euro ein geschlossen wirkendes Gebäude mit 1.259 Teilen anbieten kann, dann hätte ich mir beim 109,99 Euro teuren Weihnachtshaus zumindest gewünscht, dass man vielleicht einmal einen ähnlichen Ansatz ausprobiert.

Man hätte beispielsweise den riesigen Weihnachtsbaum etwas kleiner gestalten können.
Vielleicht braucht es auch nicht zwingend den zusätzlichen Pferdeschlitten.
Diese Teile hätte man stattdessen in Rückwand, Innenraum und Dach investieren können.
Und plötzlich hätten wir vielleicht zum ersten Mal ein wirklich geschlossenes Winter-Village-Haus.
Das wäre für mich persönlich mal eine richtig interessante Abwechslung gewesen.

Vielleicht brauchen wir sowieso wieder mehr Abwechslung

Und das bringt mich zu einem weiteren Punkt.
Ich liebe die Winter Village Collection.
Aber wir haben in den letzten Jahren doch wieder ziemlich viele Wohnhäuser beziehungsweise sehr ähnliche Gebäudekonzepte bekommen.
Früher war die Reihe teilweise wesentlich abwechslungsreicher.

Für mich gehören beispielsweise die 10216 Winterliche Bäckerei und das 10222 Weihnachtliche Postamt bis heute zu den ikonischsten Modellen der ganzen Reihe.

Das waren Gebäude, die man für eine richtige Weihnachtsstadt auch gebrauchen konnte.
Später folgten unter anderem Weihnachtsmarkt, Zug, Bahnhof und Feuerwache.
Genau diese Abwechslung würde ich gerne wieder häufiger sehen.
Wie wäre es beispielsweise mal mit einer weihnachtlich dekorierten Polizeiwache?
Oder einem Restaurant?
Einer Schule?
Einem Krankenhaus?

Irgendetwas, was man in einer richtigen LEGO-Stadt ebenfalls benötigt und gleichzeitig passend weihnachtlich gestalten kann.

Eine richtige Weihnachtsstadt statt immer neuer Kulissen

Gerade weil die Winter Village Collection mittlerweile seit so vielen Jahren läuft, fände ich es schön, wenn LEGO die langfristigen Sammler etwas stärker belohnen würde.

Nach dem Motto:

Wenn ihr über die Jahre möglichst viele Sets sammelt, entsteht daraus irgendwann eine richtige kleine Weihnachtsstadt.
Natürlich braucht eine Stadt auch Wohnhäuser.
Das ist vollkommen richtig und grundsätzlich freue ich mich auch über schöne Wohngebäude.
Aber wenn ähnliche Gebäudetypen in zu kurzen Abständen wiederkommen, fehlt mir irgendwann ein bisschen die Abwechslung.
Und genau da hätte LEGO meiner Meinung nach dieses Jahr ruhig etwas mutiger sein können.

Mein Fazit

Ich bin selbst ein riesiger Fan dieser kompletten Reihe.
Mittlerweile besitze ich tatsächlich jedes einzelne der großen Winter-Village-Gebäude – bis natürlich auf das jetzt neu erscheinende Weihnachtshaus.
Und jedes Jahr freue ich mich aufs Neue darauf, was LEGO diesmal vorstellt.

Werde ich mir das 11387 Weihnachtshaus holen?
Wahrscheinlich schon.
Aber nicht unbedingt sofort für 109,99 Euro.
Die Fassade finde ich wirklich wunderschön. Die Farbgebung gefällt mir, der Schlitten ist nett, der beleuchtete Weihnachtsbaum ist eine schöne Idee und als reine Weihnachtsdekoration macht das Set definitiv einiges her.

Nur ist es für mich eben genau das: Eine sehr schöne Fassade.

Sobald ich das Modell umdrehe, bin ich wesentlich weniger begeistert.
Und gerade für meine eigene Weihnachtsstadt müsste ich wahrscheinlich ziemlich viel daran umbauen, bis es wirklich so aussieht, wie ich es gerne hätte. Dazu kommt die gestiegene UVP.
Das Besuch-des-Weihnachtsmanns-Set startete 2021 noch für 89,99 Euro. Jetzt sind wir bei 109,99 Euro und bekommen sogar etwas weniger Teile. 
Was man dabei allerdings ebenfalls wissen sollte: LEGO führt das neue Weihnachtshaus aktuell als exklusives Set. Ob und wann es später bei anderen Händlern auftaucht, ist deshalb momentan offen. 
Sollte ich es irgendwann für ungefähr 80 bis 90 Euro bekommen, bin ich ziemlich sicher dabei.

Bei dauerhaft 109,99 Euro müsste ich dagegen schon deutlich länger überlegen.
Denn so schön die Vorderseite auch ist: Für mich fehlt hinten einfach ein gutes Stück Haus.

Jetzt bin ich gespannt: Was haltet ihr vom LEGO 11387 Weihnachtshaus?
Gefällt euch die neue Winter-Village-Erweiterung oder findet ihr ebenfalls, dass LEGO mittlerweile teilweise eher schöne Kulissen als richtige Gebäude baut?

Und würdet ihr euch wieder mehr Abwechslung mit Bäckerei, Postamt, Restaurant oder anderen Gebäuden wünschen?

Schreibt mir alles gerne in die Kommentare!

Schaut natürlich auch bei unseren anderen Brick-Tracker-Artikeln vorbei und für den besten LEGO-Preisvergleich schaut beim Brick-Tracker vorbei: https://www.brick-tracker.de/index.php

Autor: Dante

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert