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LEGO System im Spiel 217 – LEGO Steine aus dem Jahr 1958

Moin!

Heute schauen wir uns etwas wirklich ganz Besonderes an – und gleichzeitig wahrscheinlich eines der ältesten LEGO Sets, die ich euch bisher hier im Blog gezeigt habe.
Es geht um das LEGO System im Spiel Set 217, ein kleines Bausteine-Set aus dem Jahr 1958.

Keine Minifiguren, keine Lizenz, keine ausgefallene Bauanleitung – sondern einfach fünf LEGO Steine.
Und trotzdem finde ich dieses kleine Set unheimlich spannend, denn wir werfen damit einen Blick zurück in eine Zeit, in der der LEGO Stein, wie wir ihn heute kennen, gerade erst entstanden war.

Legen wir los!

LEGO 217 – fünf Ecksteine zum freien Bauen

1958 erschienen verschiedene kleine Ergänzungssets mit einzelnen LEGO Bausteinen. Kinder sollten damit ihre bestehenden Modelle erweitern und natürlich vor allem selbst kreativ werden.

Eines davon war die 217 – 4 x 4 Corner Bricks.
In der europäischen Variante befinden sich gerade einmal fünf Ecksteinein der kleinen Schachtel. Jeder dieser L-förmigen Steine besitzt insgesamt zwölf Noppen.
Das Interessante: Die Setnummer 217 wurde nicht einfach einer bestimmten Farbe zugeordnet.

Die Schachtel konnte unter anderem Ecksteine in Weiß, Rot, Gelb, Blau, Schwarz  oder auch in Transparent enthalten. Die Setnummer blieb trotzdem dieselbe.
Sowas ist heutzutage gar nicht mehr vorstellbar.  Mein Exemplar enthält fünf weiße Ecksteine.

Allein die Verpackung ist für mich schon ein Highlight

Bevor wir überhaupt zu den Steinen kommen, lohnt sich ein Blick auf diese kleine Schachtel.
Das Design ist einfach herrlich nostalgisch.

Auf der Vorderseite sehen wir Kinder, die gemeinsam eine kleine LEGO Stadt bauen, dazu das alte LEGO Branding und natürlich den damaligen Slogan: „System im Spiel“
Schon damals spielte Rot beziehungsweise Rot in Kombination mit Gelb beim LEGO Logo eine große Rolle – auch wenn das Logo natürlich noch deutlich anders aussah als heute.

Die Kinder, die auf vielen dieser damaligen Verpackungen zu sehen waren, waren übrigens nicht irgendwelche Fotomodelle.
Es handelte sich um Hanne, Gunhild und Kjeld Kirk Kristiansen, die drei Kinder von Godtfred Kirk Christiansen und damit die Enkel des LEGO-Gründers Ole Kirk Christiansen. Alle drei tauchten in den 1950er-Jahren auf verschiedenen LEGO Verpackungen auf.
Gerade solche kleinen Details machen diese alten Verpackungen für mich unglaublich interessant.

„Das Spielzeug für jedes Alter“

Auch die restliche Gestaltung der Verpackung hat etwas. An den Seiten zieht sich das alte LEGO Branding weiter und auf der Rückseite beziehungsweise den weiteren Flächen sieht man kleine gezeichnete LEGO Figuren beim Bauen. Dazu der schöne alte Slogan: „Das Spielzeug für jedes Alter.“

Unter anderem wird ein großes Hotel beziehungsweise Gebäude aufgebaut und überall befinden sich diese kleinen cartoonartigen Figuren.
Auch an den Stirnseiten findet man wieder die Illustration des Ecksteins und natürlich groß die 217.
Heute würde wahrscheinlich niemand mehr fünf einzelne identische Steine derart aufwendig verpacken.
Genau das macht die Schachtel aber auch so charmant.

Eine richtige kleine Schiebeschachtel

Die Verpackung selbst funktioniert wie eine kleine Schublade.
Man zieht den inneren Karton einfach aus der äußeren Hülle heraus und darin liegen die fünf Ecksteine. Und selbst im Inneren hört die Gestaltung nicht auf.

Am Rand und innerhalb der Verpackung tauchen erneut die kleinen LEGO Cartoonfiguren auf.
Auf der Unterseite wird sogar gezeigt, was man mit diesen Steinen bauen kann – beispielsweise eine kleine pyramidenartige Konstruktion.
Dazu gibt es eine kurze Erklärung, wie die Steine überhaupt miteinander kombiniert werden.
Das wirkt heute natürlich selbstverständlich. 1958 war das aber noch eine völlig andere Situation.

Und dann kommen fünf praktisch unbenutzte LEGO Steine zum Vorschein

Das für mich Verrückteste an meinem Exemplar ist der Inhalt. Wenn man die kleine Schachtel herauszieht, kommen tatsächlich fünf nahezu unbenutzte weiße Ecksteine zum Vorschein.
Und wir reden hier von Steinen, die mittlerweile fast 70 Jahre alt sind.
Auch das alte LEGO Branding auf den Noppen ist wunderschön zu erkennen.
Die Steine sehen allerdings nicht mehr hundertprozentig gerade aus.

Obwohl sie praktisch unbenutzt sind, hat sich der Kunststoff über die Jahrzehnte etwas verzogen. Dadurch wirken einzelne Kanten leicht schief.
Und genau solche Dinge finde ich bei alten LEGO Teilen irgendwie besonders spannend.
Man hält eben nicht einfach nur irgendeinen weißen Stein in der Hand, sondern ein Stück Material- und Produktionsgeschichte.

Genau aus der Zeit, in der der heutige LEGO Stein entstand

Und gerade das Jahr 1958 macht dieses Set besonders interessant.
Bis dahin waren LEGO Steine auf der Unterseite im Wesentlichen hohl. Das sorgte allerdings dafür, dass gebaute Modelle nicht besonders stabil zusammenhielten.
Godtfred Kirk Christiansen entwickelte deshalb das heute bekannte Stud-and-Tube-Prinzip mit den Röhren auf der Unterseite.

Am 28. Januar 1958 um 13:58 Uhr meldete LEGO das entsprechende Prinzip zum Patent an. Genau diese Kombination aus Noppen oben und Röhren unten sorgte für die Klemmkraft, die den LEGO Stein bis heute auszeichnet.
Und genau diese Röhren kann man auch bei den Ecksteinen aus meiner Schachtel sehen.
Wenn man einen solchen Stein heute umdreht, sieht das Grundprinzip also erstaunlich vertraut aus.
Fast 70 Jahre später funktioniert LEGO im Kern noch immer nach genau dieser Idee.

Für zehn Euro konnte ich nicht Nein sagen

Gefunden habe ich dieses kleine Set bei Lars Conrad, besser bekannt als Der Spielwaren Investor, in seinem LEGO Laden Bardobrick in Bardowick.
Lars ist ja durchaus dafür bekannt, immer wieder an ältere, seltenere oder einfach ziemlich kuriose LEGO Sachen zu kommen.

Und als ich diese kleine Schachtel dort für ungefähr 10 Euro gesehen habe, musste ich sie schlichtweg mitnehmen. Für mich war das ein absoluter No-Brainer.
Natürlich sieht man dem Karton sein Alter an.

Die Vorderseite ist etwas eingedrückt, die Schiebeschachtel lässt sich nicht mehr ganz so geschmeidig öffnen und allgemein gibt es ein paar Lagerspuren. Aber ganz ehrlich: Das Ding ist von 1958.
Dafür finde ich den Zustand immer noch richtig charmant.

Mein ältestes LEGO Set

Und damit ist die kleine 217 mittlerweile tatsächlich mein ältestes vollständiges LEGO Set.
Ich besitze zwar einzelne LEGO Steine und Teile, die ebenfalls aus sehr frühen Zeiten stammen, aber kein anderes komplettes Set in meiner Sammlung ist älter.
Und darüber freue ich mich tatsächlich ziemlich.
Preislich schwanken diese kleinen alten Ergänzungssets stark.

Je nach Farbe, Zustand der Schachtel, Vollständigkeit und Zustand der Steine findet man sie teilweise ungefähr zwischen 10 und 25 Euro, besondere Varianten können natürlich auch darüber liegen.
Mir geht es dabei aber sowieso weniger um den heutigen Wert.
Für mich ist es einfach ein kleines Stück LEGO Geschichte.

Seltenes & Skurriles – davon wird es zukünftig mehr geben

Und genau deshalb möchte ich solche Sachen zukünftig häufiger hier im Blog zeigen.
Unter dem Thema „Seltenes & Skurriles“ werden wir uns immer wieder ungewöhnliche Dinge aus meiner Sammlung anschauen.

Das können sehr alte LEGO Sets wie dieses sein, aber genauso gut seltene Minifiguren, kuriose Einzelteile, Werbematerialien, Promos oder irgendwelche anderen Dinge aus der LEGO Vergangenheit, bei denen man heute vielleicht sagt: Was zur Hölle ist das denn?

Manche davon werden Jahrzehnte alt sein, andere vielleicht erst ein paar Jahre.
Aber genau solche Sachen finde ich als Sammler unheimlich spannend und möchte euch davon zukünftig deutlich mehr zeigen.

Mein Fazit

Das LEGO System im Spiel 217 ist natürlich kein Set, das man heute wegen seines großartigen Bauerlebnisses kauft.
Es sind fünf weiße Ecksteine.

Das war’s.

Und trotzdem finde ich diese kleine Schachtel unglaublich faszinierend.
Die alte Verpackung, die Illustrationen, die Schiebeschachtel, das historische LEGO Branding und dann diese fünf alten Steine aus genau der Zeit, in der das Stud-and-Tube-System entstand – für mich ist das einfach ein wunderschönes kleines Stück LEGO Geschichte.
Und für zehn Euro freue ich mich umso mehr, dass dieses Set jetzt einen Platz in meiner Sammlung gefunden hat.

Jetzt seid ihr dran: Besitzt ihr selbst solche richtig alten LEGO Sets?
Was ist das älteste Modell in eurer Sammlung und findet ihr solche kleinen historischen Kuriositäten genauso spannend wie ich?

Schreibt mir alles gerne in die Kommentare!

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Autor: Dante

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