Das neue LEGO Icons Venezianische Viertel (11388) ist so ein Set, bei dem man erst einmal genauer hinschaut: verwinkelte Häuser, ein Kanal mit Gondel, ein Uhrenturm und jede Menge kleiner Details. Aber spätestens beim Preis dürfte mancher zweimal hinschauen. 499,99 Euro verlangt LEGO für das Modell. Und genau da gehen die Meinungen auseinander: wunderschönes Ausstellungsstück oder einfach zu teuer?


Was bekommt man für knapp 500 Euro?
Das Set umfasst 5.682 Teile und 17 Minifiguren. Zu sehen sind unter anderem eine Villa, eine Glasbläserwerkstatt, eine Brücke, ein Kanal mit Gondel und ein astronomischer Uhrenturm. Die Gebäude lassen sich in unterschiedlichen Anordnungen aufstellen; Etagen und Dächer sind abnehmbar. Mit rund 63 × 31 × 48 cm (Breite × Tiefe × Höhe) ist das Modell auch räumlich eine echte Ansage.
Gerade die kleinen Einfälle machen das Set interessant: Karnevalskostüme, venezianische Anspielungen und ein Straßenklavier mit einem Bauteil aus dem 3D-Drucker. Das ist kreativ, auch wenn man sich fragen darf, wie oft man eine solche Funktion im fertigen Ausstellungsmodell tatsächlich nutzt.
Viel Begeisterung – und trotzdem Kaufzurückhaltung
Bei den ersten Reaktionen fällt vor allem ein Widerspruch auf: Viele LEGO-Fans loben die Gestaltung, die Farben und die Figuren, wollen zum aufgerufenen Preis aber trotzdem nicht zugreifen. Ein häufig genannter Wunsch liegt eher bei 300 bis 400 Euro. Das sind persönliche Preisvorstellungen, keine angekündigten Händlerpreise.
Auch die schiere Teilezahl überzeugt nicht jeden. Wer auf die Gebäude schaut, fragt sich möglicherweise, wo die mehr als 5.600 Teile stecken. Viele kleine Bauelemente machen ein Modell aufwendiger, aber die Zahl allein sagt wenig darüber aus, wie groß oder wertig ein Set wirkt. Die rechnerischen 8,8 Cent pro Teil sind deshalb kein ausreichendes Kaufargument.
Sieht das überhaupt nach Venedig aus?
Auch darüber lässt sich streiten. Die Kanalatmosphäre, Gondel und Karnevalsfiguren sind klar erkennbar. Einige Fans vermissen aber die charakteristische Architektur der echten Stadt und stören sich besonders an der Turmspitze. Wichtig dabei: LEGO bildet hier keinen bestimmten Platz originalgetreu nach, sondern kombiniert verschiedene venezianische Motive zu einer eigenen Szenerie.
Für mich ist das kein grundsätzliches Problem. Ein LEGO-Modell darf eine Stadt interpretieren. Bei einem Preis von 500 Euro kann man allerdings auch erwarten, dass möglichst viele Details überzeugen. Gerade wer Venedig selbst kennt, dürfte das Modell kritischer betrachten als jemand, der einfach eine schöne italienische Kulisse sucht.
Gratis-Wassertaxi: guter Bonus, aber kein Rabatt
Zum Verkaufsstart ist das Venezianische Wassertaxi (40898) mit 322 Teilen als Gratiszugabe angekündigt. Es ergänzt die Szene mit einem Motorboot, einem kleinen Anleger und zwei Minifiguren. Die Aktion ist für den 1. bis 8. November 2026 vorgesehen, solange der Vorrat reicht und die Teilnahmebedingungen erfüllt sind.
Das ist ein schöner Zusatz für alle, die ohnehin direkt kaufen möchten. Allerdings ist ein Gratis-Set kein Preisnachlass von 30 oder 50 Euro auf das Hauptmodell. Und ob sich das Wassertaxi ohne Umbauten so integrieren lässt, wie man es sich wünscht, sollte man anhand der offiziellen Produktbilder prüfen, statt einfach von einer perfekten Verbindung auszugehen.
Direkt kaufen oder lieber warten?
LEGO Insiders können ab dem 1. November 2026 bestellen, der reguläre Verkauf beginnt am 4. November. LEGO führt das Modell zunächst exklusiv. Ob und wann es später anderswo günstiger angeboten wird, steht nicht fest. Wer vor allem den niedrigsten Einkaufspreis sucht, muss daher abwägen: jetzt die Zugabe mitnehmen oder auf spätere Aktionen hoffen.
Ich würde bei 499,99 Euro jedenfalls nicht nur wegen des Wassertaxis sofort zuschlagen. Dafür ist die Summe zu hoch. Wer das Modell wirklich liebt und es unbedingt zum Start bauen möchte, bekommt einen passenden Bonus. Alle anderen können die Entwicklung in Ruhe beobachten und regelmäßig die Top Deals, die Live Deals und die Brick-Tracker App prüfen.
Mein Fazit: starkes Modell, schwieriger Preis
Das Venezianische Viertel ist ohne Frage eine spannende LEGO-Neuheit. Die verwinkelte Architektur, die Figuren und die vielen Details machen einiges her. Trotzdem kann ich gut verstehen, wenn selbst begeisterte Fans bei knapp 500 Euro erst einmal abwinken. Für mich ist das eher ein Set zum Beobachten als ein Pflichtkauf am ersten Tag.
Wie seht ihr das? Würdet ihr für das Set inklusive Wassertaxi direkt 499,99 Euro bezahlen, oder wäre eure Schmerzgrenze eher bei 350 bis 400 Euro erreicht?