Moin!
Man sieht und hört es überall: LEGO wird immer teurer.
Diese Aussage hört man seit Jahren von Verbrauchern, Content-Creatorn und natürlich auch von ganz normalen LEGO-Fans. Immer wieder heißt es: Früher war LEGO viel günstiger, man bekam mehr für sein Geld und heutzutage werden die Sets immer teurer.
Doch stimmt das wirklich?
Genau das schauen wir uns heute einmal genauer an. Dafür habe ich zwei, wie ich finde, ziemlich gute Vergleiche herausgesucht: eine Polizeistation aus den 90ern gegen eine aus der heutigen Zeit und eine klassische Ritterburg gegen eine aktuelle Creator 3-in-1 Burg.
Und gerade wenn man Inflation, Teilezahl und heutige Rabatte mit einbezieht, wird das Ganze ziemlich interessant.
Legen wir los!
Polizeistation 1998 gegen Polizeistation 2020
Fangen wir mit der Polizei an.
1998 erschien die 6332 Command Post Central.
Die damalige Polizeizentrale bestand aus 270 Teilen, enthielt sieben Minifiguren und hatte eine US-UVP von 60 Dollar. Inflationsbereinigt entspricht das heute ungefähr 111 Dollar.
Und für viele dürfte dieses Set pure Kindheit sein.
Wir haben die ikonischen grünen Fenster, eine kleine Gefängniszelle, einen Helikopter, mehrere Polizeifahrzeuge und natürlich jede Menge Polizisten. Eigentlich genau das, was man von einer großen Polizeistation erwartet.
Springen wir 22 Jahre nach vorne.
2020 erschien die 60246 Polizeistation mit 743 Teilen, ebenfalls sieben Minifiguren und einer UVP von 99,99 Euro beziehungsweise 99,99 Dollar.
Hier geht’s zum Preisvergleich: https://www.brick-tracker.de/preisvergleich.php?set=60246
Hier bekommen wir ebenfalls das Hauptgebäude mit Gefängniszellen, Polizeifahrzeuge, Räuber samt Fahrzeug, eine Drohne und verschiedene kleinere Spielmöglichkeiten.
Und wenn wir beide Sets nebeneinanderstellen, ist der Unterschied schon ziemlich interessant.
Die Minifigurenanzahl ist exakt gleich.
Die alte Polizeistation hat allerdings nur rund 36 Prozent der Teile anzahl des neueren Modells. Und selbst wenn wir den damaligen Preis inflationsbereinigen, wäre das alte Set mit rund 111 Dollar sogar etwas teurer als die 99,99 Dollar, die LEGO 2020 für die neue Polizeistation verlangt hat.
Spielerisch würde ich sogar sagen, dass die neuere Polizeistation mindestens genauso viel bietet.
Der Helikopter fehlt zwar, dafür bekommt man direkt die Räuber und verschiedene Möglichkeiten, einen Gefängnisausbruch nachzuspielen.
Also schon bei unserem ersten Beispiel ist die Aussage „Früher bekam man für weniger Geld viel mehr“ gar nicht so eindeutig.
Ritterburg 1995 gegen Ritterburg 2025
Noch interessanter wird es bei einer klassischen LEGO Ritterburg.
1995 erschien die legendäre 6090 Royal Knight’s Castle.
Und das Ding ist natürlich ein absoluter Klassiker.
764 Teile, elf Minifiguren, Pferde, die 3D Grundplatte, die wunderschönen blauen Dächer, die Chromkrone und natürlich der im Dunkeln leuchtenden Geist.
Die damalige US-UVP lag bei 95 Dollar. Inflationsbereinigt wären das heute ungefähr 204 Dollar.
30 Jahre später, 2025, erschien die 31168 Medieval Horse Knight Castle.
Das Creator 3-in-1 Set kostet in Deutschland 119,99 Euro, in den USA 129,99 Dollar und besteht aus satten 1.371 Teilen. Dazu gibt es sechs Minifiguren und zwei baubare Pferde.
Zum Preisvergleich: https://www.brick-tracker.de/preisvergleich.php?set=31168
Und hier merkt man sehr schön, wie unterschiedlich LEGO damals und heute Sets konstruiert.
Die alte Burg ist ein richtiges, geschlossen wirkendes Komplettpaket.
Große Formteile und die 3D-Grundplatte sorgen dafür, dass man mit verhältnismäßig wenigen Steinen eine ziemlich gewaltige Burg bekommt.
Das heutige Modell besteht dagegen aus wesentlich mehr teilen und bildet eine detailliertere Front, dafür ist sie hinten komplett offen.
Und genau da kann ich die Kritik vieler Fans durchaus verstehen.
Das moderne Set hat fast doppelt so viele Teile, wirkt aber trotzdem unvollständig .
Da gerade in den 80ern und 90ern verwendete LEGO viele sehr große Formteile. Eine komplette Wand bestand teilweise aus, nur ein paar Elementen . Dazu kamen die 3D platten die einen perfekten Untergrund bildeten.
Heute wird vieles aus zahlreichen kleinen Steinen zusammengesetzt.
Das sorgt für wesentlich mehr Details und komplexere Bautechniken – treibt aber natürlich gleichzeitig die Teilezahl massiv nach oben.
Und jetzt kommt der Punkt, den viele ignorieren: Rabatte
Und damit kommen wir für mich zum allerwichtigsten Punkt in dieser ganzen Diskussion.
Die UVP ist heute viel weniger entscheidend als früher.
Natürlich gab es auch in den 90ern und 2000ern Angebote.
Und auch zu der für viele legendären LEGO Star Wars Zeit rund um 2014 konnte man Sets regelmäßig reduziert bekommen.
Aber solche dauerhaft verfügbaren Rabatte, wie wir sie heutzutage kennen, waren wesentlich weniger präsent.
Heute ist es bei fast jedem LEGO Set, das normal im freien Handel erscheint, völlig üblich, irgendwann 30 oder teilweise sogar 40 Prozent Rabatt zu bekommen.
Nehmen wir wieder unsere Polizeistation.
Die 60246 hatte eine UVP von 99,99 Euro.
Der damalige Bestpreis lag laut unseren Preisdaten zeitweise bei ungefähr 66,99 Euro.
Plötzlich reden wir nicht mehr über ein 100-Euro-Set.
Wir reden über eine große Polizeistation mit 743 Teilen und sieben Minifiguren für knapp 67 Euro.
Noch deutlicher wird es bei der aktuellen 31168 Medieval Horse Knight Castle.
Die offizielle UVP liegt bei 119,99 Euro.
Zum Zeitpunkt dieses Artikels bekommt man sie bereits für ungefähr 82,99 Euro und ihr bisheriger Bestpreis lag sogar schon bei rund 75 Euro.
Und genau deshalb schaue ich persönlich bei vielen neuen Sets mittlerweile gar nicht mehr nur auf die UVP.
Wenn LEGO beispielsweise ein frei verfügbares Set für 120 Euro ankündigt denke ich mir : „Für 80 Euro wäre das eigentlich ziemlich gut.“
Schwieriger wird es bei LEGO-exklusiven Modellen.
Denn diese gibt es natürlich nicht einfach regelmäßig mit 30 % Rabatt. Dort muss man eher auf den Schlussverkauf warten oder auf doppelte Insider Punkte plus GWP.
Bei teilexklusiven Sets sieht es schon besser aus. Auch dort sind 20 oder 30 Prozent Rabatt mit etwas Geduld häufig möglich.
Und genau deshalb gibt es den Brick-Tracker hier könnt ihr rund um die Uhr eure Lego Preise vergleichen und die besten Schnäppchen erhalten.
Und deswegen jetzt noch einmal zur Frage. vom Anfang war Lego wirklich damals günstiger?
Meine Antwort wäre: Ja – aber gleichzeitig auch nein.
Natürlich sind die Zahlen auf den Preisschildern heute höher.
Ein LEGO Set für 120, 150 oder 200 Euro fällt erst einmal deutlich stärker auf als ein Set, das früher vielleicht 60 oder 100 Dollar gekostet hat.
Aber Geld verliert eben über Jahrzehnte an Wert.
Rechnen wir die Inflation mit ein, sieht die Sache plötzlich ganz anders aus.
Unsere Polizeistation von 1998 würde inflationsbereinigt ungefähr 111 Dollar kosten. Die Polizeistation von 2020 kostete 99,99 Dollar.
Bei der Ritterburg ist der Unterschied noch größer: Die 95 Dollar von 1995 entsprechen ungefähr 204 Dollar heute. Die moderne Creator-Burg liegt in den USA bei 129,99 Dollar.
Natürlich sind das nur zwei Beispiele und man kann daraus nicht die komplette LEGO-Produktpalette ableiten.
Und dennoch einen guten Einblick erhalten.
Man muss heutzutage einfach auch sowas wie Rabatte mit einkalkulieren und einrechnen.
Mein Fazit
LEGO wird teurer.
Aber LEGO war auch früher schon teuer.
Und ich glaube, genau das vergisst man durch die Nostalgie manchmal ziemlich schnell.
Dazu kommt, dass wir heute detailliertere Modelle, deutlich mehr kleine Teile und teilweise ganz andere Ansprüche an Sets haben.
Ob einem diese Entwicklung gefällt, ist wieder eine andere Frage.
Ich kann beispielsweise vollkommen verstehen, wenn jemand sagt: „Mir ist eine große, komplette Burg mit 700 Teilen lieber als eine detaillierte offene Kulisse mit 1.300 Teilen.“
Das ist eine vollkommen legitime Kritik.
Preislich sieht die Sache aber wesentlich weniger dramatisch aus, sobald man Inflation und vor allem die heutigen Rabatte mit einbezieht. Scheint es fast so, als würde es sogar günstiger werden.
Und gerade die Rabatte werden meiner Meinung nach in dieser Diskussion viel zu häufig komplett vergessen.
Wenn ein Set 120 Euro kostet, aber über seine komplette Lebenszeit immer wieder für 80 Euro erhältlich ist, dann sind diese 120 Euro für viele Käufer schlicht nicht der tatsächliche Preis.
Deshalb würde ich nicht sagen: „LEGO war früher billig und ist heute teuer.“
Ich würde eher sagen: LEGO war schon immer ein ziemlich teures Hobby – nur haben sich die Art der Sets, unser Geld und vor allem die Möglichkeiten, sie günstiger zu kaufen, massiv verändert.
Jetzt bin ich gespannt: Wie seht ihr das Ganze?
Findet ihr, LEGO ist heutzutage wirklich deutlich zu teuer?
Oder werden Inflation und Rabatte in der Diskussion zu häufig vergessen?
Und findet ihr unsere beiden Vergleiche mit der Polizeistation und der Ritterburg passend?
Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare!
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Autor: Dante



